Diese Daten bilden den Hintergrund für die Lektüre von Textauschnitten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
In Stahlgewittern
Ernst Jünger lebte von 1895 bis 1998 - das heisst, er durchmass das ganze 20. Jahrhundert. Er nahm am Ersten Weltkrieg als Offizier teil, wurde verwundet und erhielt eine Auszeichnung. Nach dem ersten Weltkrieg gehörte er der "Konservativen Revolution" an, also einer Strömung von konservativen Anhängern der Vorkriegsordnung des Deutschen Kaiserreiches. In diesen Gewässern bewegte sich auch Hitler."In Stahlgewittern" berichtet teilweise sehr nüchtern und ohne Tabus die stumpfe Alltäglichkeit des Krieges: Ein Schützengraben nach dem Sturm mit seinen Verwüstungen und den geplünderten Brieftaschen. "Gemütliches" Suppenessen und Zeitungsschmöckern neben Leichenbergen. Anderseits wird der Krieg auch "ästhetisiert": Wenn das Artilleriefeuer ein Tanz ist, wenn die Zünder "Singen", wenn Flammen knatternd Bäume hoch klettern, dann wird der Krieg zum Schauspiel, zu einem Faszinosum, das in den Bann zieht.
Diese Art von Ästhetisierung verherrlicht den Krieg zwar nicht, aber sie stellt ihn als etwas dar, was jenseits der menschlichen Verantwortung liegt.
Jüngers Stil kann als "gross" bezeichnet werden, insofern er die Ereignisse in ihre Grösse und Tragweite hervorhebt. Jünger macht bewusst, dass dieser Krieg ein Vorgang höchster Bedeutung ist.
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